und dann war da noch …

song | avantasia – neverland
mood | literally speechless and perplex

ich bin dabei, meine sachen wieder einzuräumen und betrachte für einen moment den tisch vor mir, auf dem die heutigen zeitungen ausgelegt sind. dazwischen und zum teil davon verdeckt verschiedene flyer. am tisch sitzt in dem moment noch eine etwa 40-jährige frau. ich gehe hinüber zum tisch, hebe eine zeitung hoch, weil ich den rest des flyers wissen wollte und lese denselbigen.
in dem moment, in dem ich die zeitung wieder hinlege, beginnt die frau [dem slang nach entweder aus dem ersten oder dem 13. bezirk, vermutlich] eine suada im wahrsten sinne des wortes. und für einen moment frage ich mich, wo ich mich eigentlich befinde. während ich meine dinge in meine tasche zurücksortiere, steigert sich die frau weiter hinein, schimpft über zionisten; wie man es wagen kann, aufgrund der momentanen politischen lage überhaupt so etwas zu veranstalten, und überhaupt; juden seien ohnehin …, sollen alle dahin wo sie hergekommen sind und blah … einen moment überlege ich, sie zu fragen, ob sie strache gewählt hat.
sie geht zur tür, will eben jene aufmachen, scheitert jedoch am system der türöffnung. ich drücke auf die betreffende taste, die tür geht nach einem kurzen moment auf, sie geht hinaus.
ich nehme meine tasche, gehe noch mal kurz zum tisch, nehme einen flyer nachdem ich kurz die schlagzeilen der ausgelegten zeitungen überflogen habe … und höre sie draußen noch im weggehen weiterschimpfen. daß die tür in dem moment bereits zu war, und sie deutlich zu hören, ist ein anderes thema.

was auf dem flyer stand, der alles auslöste? es ging um eine veranstaltung mit dem titel a ceremony of sacred songs in commemoration of the november progrom, veranstaltet von der bewegung für progressives judentum wien.

[so geschehen heute am späten nachmittag in der bibliothek im wiener rathaus]

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