für einen moment steht nichts im bücherregal, egal wie sehr man danach sucht …

song | some blurbs from laza radio
mood | contemplating

manche fragen kommen einem eher ungewollt oder irgendwann, während man mit etwas ganz anderem befaßt ist. so geschehen in diesem fall. ich stand bei thalia [mariahilfer] vor einem regal voller bücher zum thema geschichte [ns-zeit, ww i, widerstand, biografien] und überflog die titel der vorhanden seienden. und wunderte mich einmal mehr, daß man erst bei 1933 anfing mit der literatur darüber.
was mich irgendwie zur frage führte, davor ist niemandsland, oder quasi – breiten wir den mantel darüber, es war nichts, das weiter wichtig war, und weimarer republik hat natürlich genau nix mit uns hier in at zu tun. nur – interessanterweise, es war auch kein buch über ständestaat oder austrofaschismus vorhanden. ich muß gestehe, ich bedaure den umbau ein wenig.

worauf ich eigentlich hinauswill? uh, der weg ist weit. sozusagen. sowohl der in der frage liegende als auch der in der definition der antwort, da sie wohl für jeden unterschiedlich ausfallen würde. und doch stellen sich immer wieder einige wenige hin und sagen ‘wir wollen in unserer kultur so etwas nicht.’

was mich zur frage führte … wie genau definieren wir das wort ‘kultur’ eigentlich? durch welche dinge setzt sich der begriff für den einzelnen zusammen und welchen stellenwert haben eben jene einzelnen dinge für den betreffenden im bild des ganzen?
inwieweit haben unter anderem auch solche dinge wie sprache, schriftgut, religion, überlieferte traditionen, herkunft, ethnie, geschichte … einfluß auf die definiton des begriffes [und nein, die reihenfolge der aufzählung ist nicht meine gewichtung, aber das nur am rande] und inwieweit haben sie uns in unserem alltag/bisherigen leben beeinflußt und geprägt?

welche dinge übernahmen wir ungefragt aus anderen ‘kulturkreisen’; wie viele dinge die wir heute als ‘kultur’ definieren, haben ihren ursprung zb in amerika? wie fortgeschritten ist die amerikanisierung unseres lebens, unserer ‘kultur’ … und keiner regt sich darüber auf, weil es als selbstverständlich angesehen wird; man übernimmt, weil man meint, es sei gut, egal, was es auch ist. wie viele der worte zb im wiener dialekt haben keinen deutschen ursprung, und werden trotzdem benutzt, jeden tag, ohne sich gedanken zu machen?

und doch, auf der anderen seite, bei genauerer betrachtung kann man feststellen, wie sehr auch mittlerweile ein immer stärkerer mangel an kultur auftritt. je näher sich die welt zu kommen scheint, umso kälter scheint sie zum teil auch im umgang miteinander zu werden. alte ängste kommen wieder zum vorschein, werden als vorwand genommen um sich selbst des schutzes zu versichern, daß man wo dazugehöre, nicht irgendwo unbeachtet und unbedeutend am rand steht. eine weitere frage, die mir noch bleibt, wäre die, welche art ‘kultur’ wir an unsere kinder weiter[ge]geben [haben werden].

was für mich selbst ‘kultur’ bedeutet? um es einfach zu sagen … an einem offenen fenster zu sitzen, ein glas tee zu trinken und omar khayyam lesen.


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