an manchen tagen …

song | madonna – the power of good-bye
mood | meh

ich weiß nicht, was ist komplizierter. das leben eines deutschen in at, das leben eines wieners in de, oder beides gemischt in einer person. oder ist es tatsächlich nur die sprachliche barriere, die einem immer wieder … gelinde gesagt, den kopf schütteln läßt? doch die mentalität, die nähe zum balkan? schwere frage, aber ich bekomme hin und wieder die vermutung, das mit der sprache könnte nicht so weit hergeholt sein.

oder wie kommt es, daß man, solange man den hier herrschenden dialekt spricht, anscheinend akzeptiert und integriert ist; jedoch, sobald man switcht, je nachdem, wie weit man sich dabei von der fürs gegenüber gewohnten sprache entfernt, man bis hin zu einem fremden zu werden scheint. oder einfach nicht mehr verstanden werden will. ich erinnere mich noch an eine freundin, die meinte, ich könne von mir aus gern telefonieren, aber wenn ich so weiterrede, möge ich das bitte draußen tun. wtf?! oder jemanden anderen, der meinte, er hätte eine total andere person gesehen für den zeitraum, in dem ich eine andere sprache sprach, jemanden, den er nicht zu kennen schien. eh? und beide kannten mich seit jahren, muß hinzugefügt sein … so wie mittlerweile andere auch.

was jetzt? da wird immer wieder gesagt, der unterschied zwischen denen aus de und at sei gar nicht vorhanden, da beide die gleichen sind. ich frage mich dann aber doch, wie würde es zb einem deutschen türken in at gehen, oder umgekehrt? oder slowaken?
wenn man davon ausgeht, daß integration beide seiten einbezieht, und auch beide seiten willig sind, aufeinander zuzugehen, sich anzunähern und verstehen zu lernen um zusammenleben zu können … die eine seite aber immer nur schreit und fordert und fordert und verlangt …
und um das überspitzte beispiel eines bekannten zu nehmen … und dann, wenn sie integriert sind, heißt das, sie essen alle brav schnitzel und kartoffelsalat, schauen musikantenstadl und schunkeln mit beim villacher fasching?

was macht es für unsere seite unmöglich, sich auf fremdes einzulassen, es kennenzulernen, verstehen? wir haben kein problem damit sonstwohin in urlaub zu fahren; haben einen teil dessen, was wir heute als heimisches essen bezeichnen, selbst mehr oder weniger integriert; haben kein problem damit wenn fremde jene arbeiten machen, für die wir uns zu gut sind; bei ihnen einzukaufen, weils weniger kostet als bei billa oder spar. aber ansonsten haben sie sich gefälligst nach uns zu richten, zu kuschen und … um es in den worten von weiland ferdiand maier zu sagen, ‘hände falten, goschen halten’.

und dann, wenn sie deutsch können und auch beherrschen, sind wir überhaupt gewillt, ihnen zuzuhören? wollen wir überhaupt mit ihnen reden, gleich in welcher sprache? oder ist es nicht doch besser, sie verkriechen sich einfach in ihren grätzeln und kommen so wenig wie möglich mit uns in berührung? bloß nicht anstreifen …

und wenn sie integriert sind und arbeiten und steuern zahlen … was macht es so schwer für uns, ihnen die gleichen rechte zuzugestehen die auch wir haben? haben sie diese nicht, nur weil sie anders sind? anders heißen, aussehen? wie viele von uns waren vor generationen selbst fremde, da ihre vorfahren hierherkamen, in der hoffnung, in der hauptstadt wien ein besseres leben zu haben, arbeit und auskommen. scheint, das ist eines der dinge, die man in unserer heutigen zeit allzugern vergißt. und ohne grund wird das wiener telefonbuch nicht so viele namen haben die mit vić/vič oder ähnlichen silben enden.
würde man die heute [gern] herrschende logik anwenden, dürften viele dieser leute ebenfalls weder gemeindewohnungen oder sozialleistungen bekommen. wenn schon nach gerechtigkeit geschrieen wird, dann aber richtig. oder wo beginnt und endet integration? akzeptanz? gleichberechtigung? oder muß man vorher auch noch den glauben wechseln, damit man vollkommen integriert und assimiliert ist?


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