neulich bei der gemeinde …

song | eav – aberakadabera
mood | erm … confused

man wanderte also [leicht mißmutig und ziemlich unwillig] zur lokalen niederlassung der stadtverwaltung, da man mehr oder weniger leider einen neuen paß brauchte. stellte erst mal fest, daß man [mal wieder] die falsche richtung gegangen war und einmal umsonst im kreis laufen darf. sah schließlich die massen an papier, die in behältern waren und bekam eine leichte panikattacke. wünschte sich irgendwie wieder ~14 jahre zurück ins kleine übersichtliche und im nachhinein schon fast heimelig erscheinende konsulat in ffm, wo man damals hindackelte.
schließlich fand man das wartezimmer zum nummernziehen, beinahe überwältigt von der schieren größe des plakates, das die vorzüge und die überbordende sicherheit anpries, die man mit ‘dem neuen biometrischen reisepaß’ hätte. erinnerte sich dunkel an die masse papier im flur und etwas von wegen, bei kindern unter 14 könne man wählen ob mit oder ohne. dummerweise konnte man den gedanken oder besser gesagt die frage, die einem kam, nicht weiter verfolgen, da man der einzige anwesende war.

doch das eigentliche worüber man sich am ende wunderte … stand noch mehr oder weniger aus. während das gegenüber den alten paß [so dachte man zumindest] abtippte und betreffende daten eingab, man selbst eine weile gelangweilt aus dem fenster sah, dem büroboten beobachtete … und gedanklich schließlich zum plakat im warteraum zurückkam. mittlerweile jedoch war die eingabe beendet, und man erhielt ein blatt papier zum unterschreiben. und möge freundlicherweise überprüfen, ob die angaben stimmen. beim überfliegen besagter angaben stutzt man kurz, denkt sich aber nichts weiter. wird schon wissen, warum er nicht alles abgeschrieben hat, oder vielleicht fällt das doch nicht unter besondere kennzeichen. umso besser.

während ich noch kurz mit dem kuli herumspiele, überlege ich noch einen moment. irgendwie würde es mich doch interessieren, was diese biometrische blah angeht. wende mich an den sachbearbeiter mit der einfachen frage, was genau das denn eigentlich für ein chip sei. rfid? und was eigentlich am ende wirklich drauf gespeichert ist. er schaut mich einen moment verwirrt an, sinngemäß wie was ich von ihm wolle. fuchtelt mit dem anderen blatt herum, das ich noch unterschreiben soll wegen der unterschrift die dann im paß ist. ich wiederhole meine frage. er darauf dann letzten endes, er wisse es nicht. keine ahnung. nüsse. ich wundere mich noch mehr. ob es jemanden gäbe, der einem das sagen kann? gleiche antwort mit noch mehr verwirrung. innenministerium? keine ahnung.
er nimmt beide zettel wieder an sich, fragt mich noch mal, ob ich sicher bin, daß alles stimmt, was da steht, drückt mir die rechnung in die hand und ich möge zahlen gehen und ihm dann die bestätigung bringen. auf meinem weg zur kasse – ja, wieder einmal im kreis laufen, lol – frage ich mich, hat das echt noch keinen interessiert? oder reicht das tolle wort sicherheit in großen buchstaben, um fragen gar nicht erst aufkommen zu lassen?

ironie am rande: als ich der frau an der kasse meine rechnung durchschiebe, kommt ein anderer herein und fragt, was genau man alles für einen kirchenaustritt braucht.


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