and so, who’s to say or decide …

song | project pitchfork – i live your dream [radio edit]
mood | pensive

ich weiß es nicht, aber liegt es möglicherweise doch mehr an meinem unvermögen [oder meiner möglicherweise doch vorhandenen unfähigkeit], zu akzeptieren, daß nicht mehr möglich ist, als man kennt. und aufhören sollte, systeme und anderes in frage zu stellen. und doch, ist das wirklich alles, das der alleinige und einzige sinn, warum und wozu wir existieren? mann, frau, kind, arbeit, essen, schlafen, … und dazwischen irgendwo noch ein kleines eckchen freizeit für hobby … wenns nicht schon durch konsum vereinnahmt oder verbaut ist.

immerhin wurden wir ja in dem sinne erzogen … gut verdienen, auto, haus, kinder, der neueste [frei einfügbar], und immer ein stückchen besser und weiter als der nachbar, der arbeitskollege, der … schließlich gehts uns allen gut, wenn es der wirtschaft gut geht.

nur, tut es das? wo ist die grenze zwischen dem, was wir tatsächlich brauchen und dem, ohne dem wir auch weiterhin problemlos leben könnten? mit jeder neuen werbung wird uns versprochen, durch das beworbene produkt würden wir schöner, jünger, länger leben, es würde uns besser gehen, wir wären gesünder, würden weiter von unseren nachbarn geachtet werden, … egal, was es ist, hauptsache wir glauben daran – und kaufen es.

kein geld? egal, jetzt kaufen, in [x] monaten zahlen, bequem in raten und nur mit mini-zinssatz … was machen schon die paar schulden, wenn es doch der seele dann umso vieles besser geht. sagte nicht erst vor kurzem uschi fellner in madonna, schuhe wären balsam für die seele? [ich wette, sie meine letzten 5e, sie meintedie des verkäufers, lol] andererseits, erkläre mir einer, wie frauen diesbezüglich ticken und warum – ich wäre zutiefst dankbar.

achso ja, ich vergaß da noch etwas wichtiges am anfang. kirche. beten. glaube. andererseits, hat isch das nicht mittlerweile überholt und relativiert? kirche ist alt, out. ok, der papst … vielleicht eine ausnahme der regel. aber doch, der gott, der heute mehrheitlich angebetet wird, ist längst nicht mehr der am kreuz [ok, amerika, polen und italien mögen eine weitere ausnahme sein], sondern jene mit namen arbeit und kapital [geld, aktie …] und der noch junge und eher unwichtigere gott technik/fortschritt.
höher, schneller, weiter, besser … alles andere war gestern. warner halten nur auf und stehen im weg [the 21st century is, when it … k, das war wohl eher torchwood, yet, the point still stands].

beliebigkeit und austauschbarkeit ist an der tagesordnung. freie wahl von [frei einsetzbar nach belieben] gehört auch bald dem gestern an. sein und schein sind immer mehr wert als tatsachen, der bessere blender wird auch noch hochgejubelt und verehrt.
aber zurück in die realität, ins jetzt und heute …

bin ich schlecht, unwert, weil ich darin keinen lebenssinn sehe? mich frage, ob es nohc etwas anderes geben kann, etwas, in dem man sinn oder vielleicht auch erfüllung sehen könnte? weder an unendlichkeit des wirtschaftlichen wachstums noch an mögliche [behauptete] terroranschläge glaube, sondern mich eher frage, wie es möglich ist, daß man sich anscheinend wieder langsam auf [1933/38] zubewegt und es nicht wirklich die mehrheit berührt. ach so, ja. man hat ja nichts zu verbergen … woher auch … und wie?

soll ich morgen einfach aufstehen und in die nächstbeste firma gehen und arbeiten … auch wenn der stundenlohn weniger ist als … und glücklich sein, daß ich noch zu jenen gehöre, die arbeit haben? aufstehen, arbeit, essen, schlafen … siehe weiter oben … und dann? geht es mir besser? bih ich glücklicher, weil ich meine seele mit dem neuesten […] betäuben und ruhig stellen kann … und mich nicht mehr weiter mit diesem seltsamen gefühl im hinterkopf befassen muß und es einfach ignorieren kann.

eine sehr gute freundin wirft mir vor, ich würde perspektivlos vor mich hintreiben; ein anderer meinte vor einiger zeit, er würde mich um mein leben irgendwie beneiden. und ich selbst? gute frage, in der tat. das, was ich von meinen eltern und deren eltern kenne, hinterläßt mir mehr fragen als antworten, und noch mehr fragen.
eine kollegin in einem ‘kochkurs’ meinte einmal, ob ich nicht gern hier wäre, immerhin würde ich mir mit mehr geld auch mehr leisten können – und dann würde es mir auch wieder besser gehen. [womit sich der kreis wieder geschlossen hätte und wir wieder am anfang wären]

ist das wirklich alles, um das es geht? sonst nichts? besteht der tatsächliche sinn im leben aus nichts anderem als arbeit und kinder großziehen? ach ja, und geld ausgeben. und zu akzeptieren, daß das, was ist, schon immer so war und auch immer so bleiben wird.

ich erinnere mich noch, wie mein großvater meinte, wissen sei macht. [warum fällt mir beim schreiben dieses satzes ausgerechnet klestil’s ‘macht braucht kontrolle’ ein?] wie man sieht, am ende bringt es einem auch nichts. wer zu viel in frage stellt oder anzweifelt, wird unbeliebt, unbequem, irgendwann.
was man nicht sehen will, wird entweder ignoriert oder so weit ‘ausgelagert’, daß man es nicht mehr in unmittelbarer nähe sehen oder ertragen muß. wenn du dich anpaßt, brav und folgsam bist, … ja, dann kannst du alles erreichen [innerhalb stillschweigend vorausgesetzter grenzen, no na] tust du es jedoch nicht … das merkt man selbst schon im kleinen. gleich ob in einer gruppe freunde oder einer teilnehmergruppe von besagten ‘kochkursen’. oder der familie. oder … naja, egal. letzten endes geht es ja doch nur um nichts anderes als … ja, was eigentlich? ich bin mir selbst der nächste? kaum.

und einmal mehr schließt sich der kreis, indem ich zur sinnfrage zurückkehre, und um ein paar ecken vielleicht zur frage der perspektive. zukunft? gute frage, ich muß gestehen, wenn mich in diesem moment jemand fragen würde, wo ich mich in zwei, drei, fünf jahren sähe, ich müßte ehrlich antworten, ich weiß es noch nicht.
ja, ich weiß, daß ich auch älter werde, mir irgendwann die zeit davonlaufen könnte … auf der anderen seite, wenn ich schon etwas für die weiteren 30/40 jahre tun soll/muß … muß ich trotzdem das als gegeben vorausgesetzte akzeptieren und machen? oder kann ich nicht doch noch etwas finden, in dem ich auch mich selbst auf die eine oder andere art finde? etwas, das mir beim tun erfüllung gibt … anstatt von acht bis vier dazusitzen, irgendwelche zahlen eintippen oder briefe schreiben, während sich in mir die leere immer weiter ausbreitet, da der sinn fehlt, und man die stunden herunterzählt, tag für tag aufs neue …


About this entry